Belebung der bAV durch opting-out-Modelle

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Verbreitung der bAV in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) soll erhöht werden

Erklärtes Ziel der Großen Koalition ist es, die geringe Verbreitung der bAV in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu erhöhen. Branchenexperten wollen die Betriebsrente in Gestalt eines sogenannten Opting-out-Modells zu einem Obligatorium im Arbeitsvertrag machen.

Einer Postbank-Studie zufolge ist die betriebliche Altersvorsorge in der Gunst der Bundesbürger während der letzten zehn Jahre deutlich gestiegen. Mehr als die Hälfte aller Berufstätigen sieht demnach die bAV als “ideale Form der Alterssicherung”.

Seit 2003 habe sich die Beliebtheit damit kontinuierlich und um insgesamt mehr als ein Drittel gesteigert, teilte die Postbank im Oktober 2013 mit. In selbiger Studie spricht sich eine deutliche Mehrheit der Befragten dafür aus, eine gesetzliche Pflicht für Arbeitnehmer zum Abschluss einer bAV zu schaffen. Ein sogenanntes Obligatorium stößt auch bei Altersvorsorgeforscher Bert Rürup auf Zustimmung.

Automatische Entgeldumwandlung

In seiner Studie befürwortet der Rentenexperte ein Tarifvertragsmodell, wonach in allen Arbeitsverträgen eine automatische steuer- und beitragsfreie Umwandlung von vier Prozent des Brutto-Einkommens in eine Betriebsrentenanwartschaft erfolgen soll.

Nur wenn die Beschäftigten dieser Regelung ausdrücklich widersprechen, gibt es keine Entgeltumwandlung. Diese als Opting-out-Modell bekannte Regelung ist in der bAV-Fachwelt schon seit vielen Jahren Gegenstand zahlloser Diskussionen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat sich allerdings noch nicht festgelegt, ob und inwiefern Opting-out-Modelle dabei eine Rolle spielen sollen. Dass die Betriebsrente vor allem im Mittelstand neue Anschubkräfte benötigt, ist unter bAV-Experten unumstritten.

Die Marktdurchdringung der betrieblichen Altersversorgung in den mittelständischen Betrieben kommt nicht richtig voran. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in diesen Bereichen hat noch keine betriebliche Altersversorgung.

Opting-out-Modelle könnten einen Beitrag leiefern, um dies zu verbessern. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass in anderen Ländern mit Opting-out-Modellen sehr hohe Beteiligungsquoten erreicht werden. Wünschenswert wäre es, freiwillige Opting-out-Lösungen auch für bereits bestehende Arbeitsverhältnisse und ohne Betriebsvereinbarung rechtssicher einzuräumen. Das wäre wichtig, da in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen kein Betriebsrat besteht.

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