Riester-Rente

Eine interessante Möglichkeit, für später vorzusorgen bietet die sog. Riester-Rente. Sie zählt zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge und wurde 2002 vom damaligen Bundessozialminister Walter Riester ins Leben gerufen.

Die aktive Förderung durch den Staat ist in § 10 a EStG festgelegt. Sie besteht aus Zulagen und zusätzlich ist die Sparleistung über den Sonderausgabenabzug in Ihrer Steuererklärung absetzbar.

Jeder Zulagenberechtigte erhält 154 € Grundzulage. Zusätzlich werden für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde 185 € und für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde 300 € zugezahlt – und das jedes Jahr. Die Kinderzulage wird so lange gezahlt, wie Sie Kindergeld erhalten.

Junge Sparer (bis 25 J.) mit eigenem Riester-Vertag, erhalten zusätzlich einen einmaligen "Berufseinsteigerbonus" in Höhe von 200 €.

Wer kann "riestern"?

Man unterscheidet zwischen unmittelbar und mittelbar Zulagenberechtigte. Nur, wer zu einem dieser Personenkreise zählt, kann in den Genuss der staatlichen Förderung kommen. Voraussetzung für die volle Förderung ist aber, dass der Zulagenberechtigte einen Eigenbeitrag in Höhe von 4% seiner rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres (max. 2.100 €) abzüglich der Zulagen, einzahlt. Der Mindesteigenbeitrag beträgt 60 € im Jahr.

Natürlich können Sie Ihren Riester-Vertrag auch mit weniger als den genannten 4% besparen. Die Zulagen werden dann automatisch anteilig gekürzt.

Lohnt sich "riestern"?

Erstaunlicherweise gibt es hier unterschiedliche Meinungen. Sogar Verbraucherschützer haben hierzu regelmäßig ihre Meinung geändert.

Die Einführung von Riesterverträgen stand im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Kürzung der Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Kürzungen sollten "quasi" durch den Abschluss von Riesterverträgen kompensierbar sein. Zusätzlich wurden zwei weitere Ziele verfolgt. Die umlagefinanzierte GRV sollte durch kapitalgedeckte Riester-Vorsorge ergänzt werden und ein Anstieg des Rentenbeitragssatzes, also der Lohnnebenkosten verhindert werden.

Von allen Fachleuten, die sich langjährig mit der Entwicklung der GRV und ihren demogafischen Problemen befassen, wird dieses Vorgehen, zusätzlich kapitalgedeckte Vorsorge zu fördern und auszubauen bis heute als richtig angesehen.

In den Medien werden die Sinnzusammenhänge seit langem nicht mehr thematisiert. Stattdessen wird regelmäßig so getan, als sei ein Riestervertrag eine glatte Fehlinvestition. Die Medienschelte wirkt. Viele Verträge werden beitragsfrei gestellt oder erst gar nicht abgeschlossen. Eine Alternative oder gar eigene sinnvolle Lösungen, wie die Sicherung der Altersversorgungssysteme erfolgen soll, bleiben die Medien und Kritiker jedoch schuldig.

Fakt ist, wer Riesterverträge nicht oder nicht mehr nutzt, bleibt auf einer Rentenlücke aus dem Jahre 2002 sitzen. Ganz ohne Kompensation.

Gerne erläutern wir Ihnen ausführlich, warum es Sinn macht, sich mit Riester zu beschäftigen.

Steuerliche Behandlung in der Beitragszahlungsphase

Die geleisteten Altersvorsorgebeiträge zuzüglich der zustehenden Zulagen können in der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Bei der Veranlagung prüft das Finanzamt dann automatisch, ob es bei den Zulagen bleibt oder ob zusätzlich noch eine Steuerersparnis zu gewähren ist (sog. Günstigerprüfung).

Bei der Günstigerprüfung wird zunächst die fiktive Steuerersparnis durch Abzug der kompletten Beiträge und Zulagen als Sonderausgaben berechnet. Ist berechnete Steuerersparnis geringer als die gewährten Zulagen, wird keine zusätzliche Steuerersparnis ausgelöst. Übersteigt die Steuerersparnis die gewährten Zulagen, wird zusätzlich zu den Zulagen die Differenz zwischen Zulagen und Steuerersparnis über die Einkommenssteuererklärung erstattet.

Wie wird die spätere Rente steuerlich behandelt?

Die Rentenzahlungen sind später mit dem persönlichen Steuersatz als Rentner voll zu versteuern. Anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung fallen aber keine Beiträge zur Krankenversicherung der Rentner (KvdR) auf die Auszahlungen an. Beim Wohn-Riester gibt es keine monatliche Rente, die besteuert werden könnte. Es wird stattdessen ein fiktives Konto für den „Wohn-Riesterer“ angelegt, das so genannte Wohnförderkonto. Auf diesem werden die staatlich geförderten Tilgungsleistungen und die darauf gewährten Zulagen sowie ggf. der Betrag, der aus einem Riester-Sparvertrag zum Wohn-Riestern entnommen wurde, erfasst. Der gewährte Vorteil muss im Rentenalter versteuert werden (nachgelagerte Besteuerung).

Was Sie sonst noch über die Riester-Rente wissen sollten?

  • Die Anlage Ihres Sparbeitrages kann „klassisch“, fondsgebunden oder gemischt erfolgen.
  • Der Beitrag kann von Ihnen flexibel erhöht oder gesenkt werden – so können Sie den Vertrag immer optimal besparen.
  • Allerdings werden auch die Zulagen gekürzt, wenn Sie weniger einzahlen.
  • Alle eingezahlten Beiträge und Zulagen stehen garantiert zur Verrentung zur Verfügung.
  • Rentenbezug ist bereits mit 60 J. möglich.
  • Leistung erfolgt in Form einer lebenslangen Rente.
  • 30% des vorhandenen Guthabens können zu Rentenbeginn auf einmal entnommen werden.
  • Vertrag kann im Todesfall förderunschädlich auf den eigenen Riester-Vertrag des Ehepartners übertragen werden.
  • Die Ansprüche aus dem Vertrag sind in der Ansparphase Hartz-IV-sicher und im gesetzlichen Umfang vor Pfändungen und Insolvenz geschützt.
  • Um Ihre Altersvorsorge nicht zu gefährden, ist eine Abtretung oder Beleihung des Vertrages nicht möglich.

Tipps und Hinweise

Bei allen Versicherungsverträgen ist eine regelmäßige "Wartung" zu empfehlen.

Bei Riesterverträgen gilt das in besonderem Maße. Änderungen der persönlichen Lebensumstände sind häufig "förderrelevant". Geburt von Kindern, Trennung, Gehaltsveränderungen, die Änderung des sozialversicherungsrechtlichen Status sind nur einige Beispiele.

Die Zulagenanträge finden Sie hier: Link zum Bundeszentralamt für Steuern

Wir sprechen jedes Jahr mit Ihnen über Ihren Vertrag. Nur dadurch ist sicher zu stellen, dass Sie alle Fördermöglichkeiten optimal nutzen.