Existenz-Vorsorge

Existenz-VorsorgeVorsorge bedeutet: Vorausdenken, nicht Angst schüren! Sorge oder Furcht sind selten gute Ratgeber. Auch die Frage, ob ein Umstand oder Schicksalsschlag eintreffen wird, ist unbedeutend. Sich dagegen damit zu beschäftigen was wäre, wenn dieser Umstand wider Erwarten eintritt, sichert gegebenenfalls die Existenz.

Die meisten Menschen sichern Ihre finanzielle Lebensgrundlage durch die Erzielung von Arbeitseinkommen. Wenn, aus welchem Grund auch immer, die Fähigkeit zu arbeiten und damit Einkommen zu erzielen wegfällt, droht der finanzielle Super-GAU.

Einkommenssicherung hat deshalb höchste Priorität bei der Vorsorge.

Erst mit weitem Abstand danach sollten Themen der Alters- und Hinterbliebenenvorsorge angegangen werden. Doch auch hierbei ist vorausschauendes Handeln die mit Abstand preiswerteste Art den Herausforderungen zu begegnen. Wer ein wenig rechnen kann weiß, das Zeit auch finanzmathematisch ein kostbares Gut ist. Wer rechtzeitig beginnt, ist schon fast am Ziel.

Einkommenssicherung

Die Einschränkung unserer Erwerbsfähigkeit stellt finanziell eines der größten Lebensrisiken dar. Rechnen Sie selbst: Wenn man ein durchschnittliches Monatseinkommen i.H.v. € 2.500 unterstellt und annimmt, dass dieses Einkommen 35 Jahre ausfällt, summiert sich dieser Ausfall auf € 1.050.000.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) ist sehr wichtig, deckt sie doch eines der größten finanziellen Risiken, denen ein Erwerbstätiger ausgesetzt ist. Zudem sind die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung unzureichend und die Hürden, diese überhaupt zu erlangen, sehr hoch.

Dread-Disease (Schwere Krankeiten Vorsorge)

Dread-Disease-Versicherung (Schwere Krankheiten Vorsorge) zahlt i.d.R. eine Kapitalleistung, wenn Sie eine in deren Leistungskatalog aufgeführte Krankheit bekommen.

Diese Vertragsform ist keine gleichwertige Alternative zur BU-Versicherung. Dennoch, kann dieses Modell sinnvoll sein, wenn BU-Schutz nicht möglich ist.

Grundfähigkeitsversicherung

Grundfähigkeitsversicherung überweist Ihnen eine monatliche Rente, falls Sie eine bestimmte Fähigkeit wie Sehen, Hören oder Treppensteigen verlieren. Die Frage, ob die versicherte Person im Leistungsfall noch weiterarbeiten kann oder will, spielt keine Rolle. Solange die Beeinträchtigung besteht, wird die Rente gezahlt. Ursachen für den Verlust von Grundfähigkeiten können z.B. Unfälle, Kräfteverfall und Krankheiten sein. Die Grundfähigkeitsversicherung ermöglicht eine kostengünstige Absicherung der Arbeitskraft.

Funktionsinvaliditätsabsicherung

Angeboten werden diese "Alternativen" unter dem Oberbegriff Funktionsinvaliditätsversicherung derzeit unter anderem von der Axa (Kombi-Rente), der Janitos (Multi-Rente) der Barmenia Versicherung (Opti5Rente) oder der Allianz (Körperschutzpolice). Die Bausteine dieser Renten setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen: Unfallrente, Pflegezusatzversicherung, schwere Krankheitenvorsorge und Grundfähigkeitsversicherung. Diese Versicherungen kombinieren daher mehrere "Alternativen" zur Berufsunfähigkeitsversicherung in einem Produkt.

Ein wirklich vollständiger Ersatz für Berufsunfähigkeitsversicherung sind alle Produkte nicht. Interessant dürften diese Produkte für Personen sein, die keinen oder nur zu schlechten Konditionen einen Berufsunfähigkeitsvertrag bekommen oder die sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung schlichtweg nicht leisten können.

Hinterbliebenenversorgung

In vielen Kapital-Lebensversicherungen und Rentenversicherungen werden Hinterbliebene "mitversorgt". Dennoch kann es zu unterschiedlichen Zeiten sinnvoll sein, zusätzlich für den Fall der Fälle vorzusorgen.

Risikolebensversicherung

Dass eine Risikolebensversicherung enorm wichtig sein kann, steht außer Frage. Mit der Risikolebensversicherung hat man gut für seine Familie vorgesorgt, falls dem Versicherungsnehmer etwas passieren sollte. Gleiches gilt für die Absicherung eines Kredites.

Jede Risikolebensversicherung wird aber nur für einen bestimmten Zeitraum abgeschlossen. Danach enden sowohl die Beitragszahlung als auch die Absicherung. Man muss wissen, zu welchem Zeitpunkt und für welchen Zeitraum man diese Versicherung benötigt.

Kostenschutz bei Unfall und Pflege

Wozu sollte man sich in diesem Bereich privat zusätzlich versichern? Für Unfallfolgen kommt doch die gesetzliche Unfallversicherung und im Pflegefall die gesetzliche Pflegeversicherung auf?

Dies wäre eine gefährliche Fehleinschätzung. Die gesetzliche Unfallversicherung bietet lediglich einen Schutz für berufliche Unfallfolgen und Wegeunfälle. Bei privaten Unfällen sind Sie ungeschützt.

Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung war von Beginn an als "Teilkaskoversicherung" konzipiert. Eine kostendeckende Versorgung war und ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen.

Unfallversicherung

Es liegt in der Natur von Unfällen, dass sie völlig unvorhergesehen passieren. Eine Unfallversicherung ist daher nicht nur für Menschen mit riskanten Berufen oder Hobbys sinnvoll.

Die private Unfallversicherung stellt nach dem Unfall Geld bereit, das zur Deckung der unmittelbaren, teils sehr hohen Folgekosten genutzt werden kann. Mit einer Unfallrente schaffen Sie dauerhaft einen Ausgleich für finanzielle Einbußen oder erhöhte Ausgaben. Damit kann die Unfallversicherung partiell, eben nur für unfallbedingte Einkommensverluste, eine Alternative für Personen sein, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können.

Pflege-Bahr

Mit der sogenannten „Pflege-Bahr“, hat der Gesetzgeber hat zum 1. Januar 2013 eine staatlich geförderte, private Pflegezusatzversicherung eingeführt. Die Förderung erfolgt in Form einer Zulage. Der Abschluss ist für Sie freiwillig.

Der Grund für diese Einführung ist, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen in Anbetracht der demografischen Entwicklung weiter zunehmen wird. Deshalb soll nach dem Willen des Gesetzgebers die Basis für die künftige Finanzierung der Pflege breiter aufgestellt werden.

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird um eine geförderte, private Pflegezusatzversicherung ergänzt. Zusätzlich zum umlagefinanzierten Teilleistungssystem der gesetzlichen Pflegeversicherung soll der Verbraucher nach dem Willen des Gesetzgebers dabei unterstützt werden, eigenverantwortlich und kapitalgedeckt für den Fall der Pflegebedürftigkeit vorzusorgen.

Pflege-Tagegeld

Beim Pflegetagegeld wird eine feste Summe vereinbart, die der Patient zur freien Verfügung hat. Der Versicherte kann
selbst entscheiden, wofür das Geld genutzt wird. Die Höhe des ausgezahlten Tagesgeldes richtet sich nach der Pflegebedürftigkeit (Pflegestufen).

Pflege-Rentenversicherung

Bei einer Pflege-Rentenversicherung zahlt der Versicherer eine vereinbarte Monatsrente, unabhängig von den tatsächlichen Aufwendungen und egal, von wem man gepflegt wird und wo die Pflege stattfindet. Das Pflegefallrisiko wird hierbei mit einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgesichert.

Die Höhe des Pflegerentenanspruchs richtet sich ausschließlich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegestufen) des Versicherten. Anders als Krankenversicherer sagt der Lebensversicherer eine Leistung zu und kann sie nicht mehr durch Beitragsanpassungsklauseln nachträglich verändern. Diese Regelungen sehen Krankenversicherungsunternehmen grundsätzlich vor. Aus diesem Grund ist der Beitrag zu einer derartigen Versorgung auch tendenziell etwas teurer. Die Pflegerentenversicherung bietet darüber hinaus eine Überschussbeteiligung an, die zur Erhöhung der Versicherungsleistung oder auch zur Beitragsreduktion eingesetzt werden kann.