Vorsorge für Unternehmer

Betriebliche und private Vorsorge sind notwendig, um nach einem intensiven Unternehmerleben kein schmerzhaftes Absinken des Lebensstandards in Kauf nehmen zu müssen. Unternehmer ist nicht gleich Unternehmer. Der Einzelunternehmer unterscheidet sich vom angestellten Gesellschaftergeschäftsführer (GGF) einer GmbH auch in Versorgungs- und Vorsorgefragen. Dem Grunde nach stehen dem GGF die gleichen Möglichkeiten wie jedem anderen Arbeitnehmer offen. Dennoch gibt es Besonderheiten zu beachten und dies nicht nur bei der Pensionszusage.

Alters- und Hinterbliebenenvorsorge

Das Stufenmodell für GGF

Der Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) einer GmbH ist in der besonderen Lage, seine Altersversorgung in mehreren Stufen über seinen Betrieb aufbauen zu können.

  • Die erste Stufe, die Direktversicherung, kann bereits ohne Wartezeit ab Firmeneintritt abgeschlossen werden.
  • Als zweite Stufe sorgt die rückgedeckte Pensionszusage als Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) oder eine Unterstützungskassenversorgung dafür, dass der gewohnte Lebensstandard auch im Alter beibehalten werden kann.

 

Direktversicherung

Der bAV-Klassiker: Direktversicherung

Schließt der Arbeitgeber (als Versicherungsnehmer und Beitragszahler) für seinen Arbeitnehmer (Begünstigter) eine Rentenversicherung bei einem Versicherungsunternehmen ab, spricht man von einer Direktversicherung. Die Finanzierung der Beiträge kann sowohl durch den Arbeitgeber wie auch durch den Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung erfolgen. Diese Form der betrieblichen Altersvorsorge ist besonders beliebt, da sie für beide Seiten Vorteile bietet und nur wenig Verwaltungsaufwand erfordert.

Pensionszusage

Das Prinzip der Versorgungszusage

Das Unternehmen gibt dem Gesellschafter-Geschäftsführer das schriftliche Versprechen, betriebliche Versorgungsleistungen zu erbringen. Diese können Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrenten sein. Zur Sicherung der Versorgungsansprüche wird eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen. Die GmbH ist Versicherungsnehmer, Beitragszahler und Bezugsberechtigter der Rückdeckungsversicherung. Der Geschäftsführer ist die versicherte Person.

Unterstützungskasse

Unterstützungskassen der Versicherer

Eine Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung eines oder mehrerer Arbeitgeber, den sogenannten Trägerunternehmen. Die Zuwendungen werden direkt vom Arbeitgeber oder durch Entgeltumwandlung vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers an die Unterstützungskasse geleistet. Die Unterstützungskasse leitet diese Zuwendungen des Arbeitgebers wiederum als Beiträge für die Rückdeckungsversicherung an den Versicherer weiter.

Rückgedeckte Unterstützungskassen sind besonders für Arbeitnehmer mit höherem Einkommen und für Gesellschafter-Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften geeignet. Der höhere Versorgungsbedarf kann durch die Unterstützungskasse optimal gedeckt werden, ohne dass hierbei die Bilanz des Unternehmens berührt wird.

Basis-Rente

Die oben genannten Vorsorgevarianten für Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF), stehen einem selbstständigen Unternehmer oder Freiberufler nicht zur Verfügung. Neben den berufsständischen Versorgungen für Kammerberufe, bleibt zur Eränzung von Versorgungsansprüchen die staatlich geförderte und noch zu wenig beachtete Basis-/Rürup-Rente.

Krankentagegeldversicherung

Lohnfortzahlung für den GGF

Wie reduziert man das Risiko in einer GmbH bezüglich der Lohnfortzahlung des Gesellschafter/Geschäftsführer (GGF) und verlagert die Privatausgaben des GGF hierfür in die GmbH?

Ausgangslage:

Im Krankheitsfall bezieht der GGF in der Regel mindestens 6 Wochen sein vertraglich vereinbartes Gehalt. Ein privat versichertes Krankentagegeld mit Beginn vor der 6. Woche ist daher nicht sinnvoll. Denn solange die GmbH das Gehalt zahlt, leistet der Krankenversicherer (gesetzlich oder privat) keinen Euro.

Kernfragen:

  • Wie lange zahlt Ihnen Ihre GmbH im Krankheitsfall Gehalt?
  • Wann beginnt das derzeit vereinbarte Krankentagegeld?