"Rendite" einer Lebens-/Rentenversicherung

Mit dem Begriff "Rendite" wird im Zusammenhang mit Lebens-und Rentenversicherungen häufig allzu lachs umgegangen.

Was bedeutet Rendite?

Die Rendite gibt das Verhältnis der Auszahlungen zu den Einzahlungen einer Geld- bzw. Kapitalanlage an und wird meist in Prozent und jährlich angegeben. Die bekannteste Renditekennzahl ist der Zinssatz. Der Begriff ist jedoch nicht scharf definiert. Es existieren verschiedene Arten von Renditen, wobei bei der Geld- oder Kapitalanlage immer ein mit der Rendite verbundenes Risiko beachtet werden muss.

Bei Prozentzahlen sollte man vorsichtig sein und lieber zweimal hinsehen, bevor man sie interpretiert. Das gilt insbesondere für Renditeangaben. Im Zähler und Nenner eines Bruches kann vielerlei stehen und damit fast alles, gelegentlich sogar das Gegenteil "bewiesen" werden. So auch hier.

Mal wurde die "Rendite" aus der Verbrauchersicht, mal aus der Sicht des Staates berechnet, hieß es dazu. Einfacher Unterschied: Ein Anlageergebnis wurde einmal auf die sog. Eigenbeiträge eines Riestervertrages bezogen und ein anderes mal auf die Eigenbeiträge inclusive staatlicher Zulagen.

Wir halten fest: Renditekennzahlen sind wohl weniger eindeutig, als von Vielen vermutet. Es kommt vielmehr auf den "Blickwinkel" des Betrachters an.

Die Betrachtung des Anlageergebnisses einer Rentenversicherung ist nicht minder spannend. Da bei einem Rentenversicherungsvertrag eine lebenslange Rente garantiert wird, ergibt sich natürlich höchst unterschiedliches.

Je nachdem wie lange ich gedenke zu leben, wird die Zahl größer oder kleiner sein. Gesunde Ernährung, Sport, Nichtrauchen und ähnliches bekommen jetzt eine ganz neue Dimension. Sie werden zu Renditetreibern. Hohes Alter gleich hohe Rendite oder eben Pech gehabt. Zum Thema Lebenserwartung kommen wir an anderer Stelle, deshalb konzentrieren wir uns hier noch kurz darauf, ob eine Rentenversicherung eine Kapitalanlage ist.

Irgendwie scheinen das die meisten zu glauben. Ganz gleich wie man sie berechnet hat, die Rendite muss "stimmen". Wie soll sonst entschieden werden, ob sich diese Vertragsform "lohnt" bzw. "nicht lohnt."

Prof. Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften, sagte kürzlich in einem Interview: "Ich bin eine Fan der Lebensversicherung weil sie einzigartig ist und etwas darf, was sonst keinem Bank- oder Fondsprodukt erlaubt ist: Sie ermöglicht den Risikoausgleich im Kollektiv und in der Zeit."

Das heißt, Kapitalerträge können zwischen verschiedenen Kunden und auch zwischen verschiedenen Zeiträumen geglättet werden. Versichertengelder werden nicht individuell, sondern kollektiv und über lange Zeiträume angelegt, was eine sehr hohe Stabilität der Erträge zur Folge.

Wir halten fest: Ein Lebens-/Rentenversicherungsvertrag ist eben keine reine Kapitalanlage. Es geht bei dieser Produktgattung auch um Risikoausgleich im Kollektiv und über die Zeit. Also nicht nur um die individuelle "Rendite".

Das bedeutet aber konsequenterweise, dass ein "Ausgleich" nicht nur Gewinner produzieren kann. Dabei sei dahingestellt, ob sehr alt werdende Menschen die Gewinner und die früher versterbenden die Verlierer sind. Wir vertrauen auf die Versichertengemeinschaft wenn unser Geld zuende ist, wir aber noch leben.

Einzigartige Möglichkeiten: Risikoausgleich im Kollektiv

Die Kategorie der Versichertengemeinschaft, die einzigartige Möglichkeit des Risikoausgleiches in einem Kollektiv, ist hinter der Inividualbetrachtung, "lohnt sich das für mich" zurückgetreten. Wenn ich jedoch eine Rentenversicherung nur noch danach beurteile, ob ich mehr herausbekomme, als ich einbezahlt habe, spätestens dann haben wir alle ein echtes Problem.

zuletzt aktualisiert 04.08.2016 14:23

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